Radiodienst


Ich spiele ja sehr gern mit dem freien Musikserversystem Vortexbox,der ja auch schon oft in EINSNULL Erwähnung fand und bei vielen Lesern Begeisterung hervorrief. Nur eine Sache hat mich gestört:Internetradio konnte man nur über den Umweg „Squeezeserver“ abrufen,unter dem von mir bevorzugten „Music Player Daemon“ ging das nicht. Das hat mich so gewurmt,dass ich ein paar Stündchen in Internetforen stöberte,um eine lösung des Problems zu finden. Und wieder einmal stellte sich die selbe Begeisterung ein. Das Einrichten des Internetradios ist nicht unbedingt einfach,doch wenn es einmal läuft,dann konkurrenzlos gut. Ich will gar nicht um den heißen Brei reden,hier ist der von mir erfolgreich getestete Lösungsansatz.

1.) Loggen Sie sich in Ihre Vortexbox ein

Am PC schließen Sie am besten Tastatur und Monitor an,am Mac geht das recht flott per SSH.
Öffnen Sie hierzu das Terminal und geben Sie folgendes ein:

ssh root@

2.) Navigieren Sie in das Playlist-Verzeichnis

In der Vortexbox ist das Playlist-Verzeichnis,also das Verzeichnis,in dem Wiedergabelisten abgespeichert werden,ein wenig versteckt.

3.) M3U-Datei herunterladen
Mit

cd /var/lib/mpd/playlists

wechselt man in dieses Verzeichnis und holt sich mit dem Befehl

wgetdie gewünschte M3U-Datei.

Beispiel:

Die Streaming-URL des Radiosenders WDR 2 heisst wie folgt:

http://www.wdr.de/wdrlive/media/wdr2.m3u

Um diese Datei lokal zu speichern gibt man also ein:

wget http://www.wdr.de/wdrlive/media/wdr2.m3u

Eine Liste mit Streaming-URLs vieler deutscher Radiosender gibt es hier,ansonsten hilft eine Google-Suche nach der gewünschten URL.
Es gibt ausserdem Radiostationen,die diese M3U-Datei gar nicht anbieten. In dem Fall hilft oft folgender Trick. Sie erstellen einfach eine Textdatei mit dem Namen des Senders und der Endung .m3u und kopieren dort die Streaming-URL hinein. Ich habe das mit dem Systemeditor “nano”ganz schnell erledigt:

sudo nano “Radio Bob.m3u”

eingeben und dann die URL http://stream.hoerradar.de/mp3-radiobob dort per Copy&Paste eingefügt. Die URL habe ich von der Homepage des Senders. Mit Control+O speichert man die Datei ab.

4.) Datei unbenennen

Ich habe mir noch den Luxus gegönnt,die URLs so zu benennen,dass sie einen aussagekräftigen Namen haben. Ich mag halt Ordnung auf dem Tablet.

Das geht mit folgendem Befehl:

mv

Beispielsweise

mv wdr2.m3u „WDR 2.m3u“

Die Anführungszeichen sind nötig,weil ich unbedingt ein Leerzeichen einfügen wollte.

Bei mir sah‘s am Ende auf dem iPad so aus:

Die von mir angesprochene Begeisterung äußerst sich übrigens in der unglaublichen Geschwindigkeit,mit der der Radiostream gestartet wird. Man hat kaum den Finger auf dem Sendernamen schon spielt die Musik,das habe ich so noch nie erlebt.
Um die beschriebenen Schritte leichter nachvollziehen zu können habe ich kleines Tutorial-Video erstellt. Das Video dürfte ab Freitag,den 24.08.2012 anklickbar sein,je nachdem,wie lange Vimeo zu Bereitstellen braucht.

Tutorial-Video from EINSNULL-Magazin on Vimeo.

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